Mittwoch, 17. August 2011

Rila-Kloster*

Wir wallfahrten aufwärts
stets himmelan ins Rilagebirge
im letzten noch irdischen Winkel
an einem tosenden Bach
hinter hohen Mauern das Kleinod
überfließend bemalte Wehrarchitektur
grazil die sie umgebenden Galerien
mit den Zellen und Klosterräumen
im schummrigen Innersten Weihrauchdunst
viel Edelmetall farbige Fresken
Heiligenbilder bunt bei bunt
vor den Altären flackernde Kerzen
auf dreistufigen Kaskaden aufgepfropft
für die Lebenden zuoberst
für die Kranken
zuunterst für die Toten
auch vor dem obligaten Reliquienschrein
ein Stückchen Rippe ein Fingernagel ein Haar
ein Tropfen Blut irgendeines Heiligen
Verbeugen der Gläubigen
die Mönche blass gelbe Gesichter sind die Stars
Protagonisten auf ihrer imaginären Bühne
vor und hinter der monumentalen Ikonostase
mehrstimmig gesungenes Mysterienspiel
in den angrenzenden Wäldern grunzt der Bär
am Abend –
andachtsvoll trinken wir eine Flasche Melnik-Wein
schlafen in kärglicher Unterkunft
fliehen in der Morgenfrühe
zurück in die heiteren Niederungen der Menschen



*Orthodoxes Nationalheiligtum der Bulgaren,
Weltkulturerbe.


11-9-2010


Guck mal
was ich
gemacht habe
sagt das Kind
und zeigt sein Töpfchen

Schau mal
was ich
gemacht habe
sagt der Poet
und zeigt sein Gedicht

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Zuletzt aktualisiert: 22. Mär, 08:43

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